21.05.2025 - Die Rheinpfalz -

Ab 2026 hat der Hauptbahnhof Wohnungen zu vermieten

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Von Gerhard Müller
Derzeit kann man im Zweibrücker Bahnhof keine Brötchen kaufen oder Pakete aufgeben. Doch dafür präsentiert sich die Halle so sauber und hübsch wie schon lange nicht mehr.

„Wir haben zwei Putzdamen engagiert, die jeden zweiten Tag im Zweibrücker Bahnhofsgebäude sauber machen“, betont Sergio Vaccarello von der Firma M4 Holding, die die Immobilie im Herbst 2023 von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau gekauft hat und jetzt saniert und vermarktet. „Wenn in der Bahnhofshalle wieder mehr Betrieb herrscht, wollen wir dort in Zukunft täglich putzen lassen.“

Aktuell beschränkt sich der Betrieb im Innern der Halle auf Zugreisende, die auf ihrem Weg von und zu den Gleisen den Raum durchqueren. Das Rote Kreuz hatte in der Bahnhofshalle seine Mietverträge für Postagentur, Kiosk und Backshop gekündigt und ist Ende November an einen neuen Standort in der Hallplatz-Galerie umgezogen. Bahnhofshalle in Türkis und Gold

Das DRK ist vom Bahnhof weggezogen, weil es sich mit den neuen Gebäudeeigentümern über die Mietkonditionen uneins war. Sergio Vaccarello bittet im Gespräch mit der RHEINPFALZ um Verständnis dafür, dass er die Tarife habe neu berechnen müssen. „Früher, bevor wir den Bahnhof erworben hatten, gab es hier Mietverträge, in denen die Nebenkosten pauschal auf 90 Euro festgelegt waren. Aber auch wir müssen ja damit leben, dass die realistischen Nebenkosten heute 300 Euro betragen. Klar, dass das für die bisherigen Mieter einen gewaltigen Aufschlag bedeutet hätte. Aber wir als Hausbesitzer können da nichts dafür.“

Mittlerweile hat die M4 Holding die Bahnhofshalle renoviert, mit neuen Versorgungsleitungen bestückt und die Wände und Decken in Türkis- und Goldtönen neu gestrichen. Die öffentlichen Toiletten sind wieder zugänglich. Auch die Fassade habe man aufgefrischt. „Jetzt haben wir hier ein sauberes Erscheinungsbild“, stellt der Investor fest.

Gastronomie und Wohnungen

Von der Poststraße her besehen, wollen Vaccarello und sein Kompagnon Reinhard Meier die Räume im Zweibrücker Hauptbahnhof schrittweise von rechts nach links renovieren. „Auf der rechten Seite werden fünf Wohnungen beziehungsweise Büroflächen untergebracht. Im Erdgeschoss wäre genug Platz für ein kleines Bistro und für ein Ladenlokal, in dem ich mir einen gastronomischen Betrieb, ein Ladengeschäft oder auch einen Barbershop vorstellen könnte“, sagt der Geschäftsführer. Auch die linke Gebäudehälfte und die Geschäftsflächen in der Halle würden Vaccarello und Meier gerne an Dienstleister vermieten. In den oberen Stockwerken sollen ab dem kommenden Jahr die möblierten Wohnungen und ein sogenannter Co-Office-Bereich zur Vermietung bereitstehen. Vaccarello denkt dabei an „kleinere Büroeinheiten um die 20 Quadratmeter, die für Startup-Unternehmen interessant sein könnten. Die Firmen in den Büros könnten dann zusammen eine gemeinschaftliche Küche und Bäder nutzen.“

Kontakt: Mietbewerbung-M4-hbf-Bickenalb@t-online.de