06.11.2025 - Die Rheinpfalz

Kein grüner Schienenstahl beim Bau der S-Bahn nach Homburg

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Gerhard Müller
Bald verbaut die Bahn Schienen aus umweltfreundlichem Stahl. Nicht jedoch beim Neubau der Strecke Zweibrücken - Homburg. Woanders in der Pfalz aber sehr wohl.

Bei der Reaktivierung der Eisenbahnstrecke von Zweibrücken nach Homburg wird die Deutsche Bahn (DB) keinen grünen Stahl aus einem aktuellen Pilotprojekt verbauen. Am Mittwoch hatte die DB-Tochter InfraGO gemeldet, dass sie mit dem Hersteller Saarstahl einen Liefervertrag für zunächst rund 1000 Tonnen Schienen aus emissionsarmem Stahl mit dem Hersteller Saarstahl abgeschlossen habe. Bei der Produktion von Schienen in sogenannten Elektrolichtbogen-Öfen fielen gegenüber der herkömmlichen Hochofen-Technik bis zu 70 Prozent weniger CO2-Emissionen an. So würden bei 1000 Tonnen grünem Stahl etwa 1800 Tonnen CO2 eingespart. Die neuen Schienen aus der ersten Lieferung sollen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland verlegt werden.

In den kommenden Monaten wird die stillgelegte Bahntrasse zwischen Homburg und Zweibrücken ausgebaut und ertüchtigt, um dort einen regelmäßigen S-Bahn-Verkehr ab Jahresende 2028 zu ermöglichen. Dabei soll aber kein grüner Schienenstahl aus dem Pilotprojekt zum Einsatz kommen, wie eine Bahnsprecherin jetzt auf RHEINPFALZ-Anfrage erklärt. Auf rheinland-pfälzischem Boden sei hingegen geplant, ein Kontingent des emissionsreduzierten Schienenstahls auf den Gleisen zwischen Rockenhausen und Winnweiler zu verbauen.