06.10.2025 - Die Rheinpfalz
Zweibrücken feiert Bahn-Reaktivierung
Wenn die Bahn Mitte Oktober in Zweibrücken ein Jubiläum feiert, soll auch die Neubelebung der Strecke nach Homburg sichtbar gemacht werden. Eisenbahnfans kommen in Zweibrücken auf ihre Kosten Von Gerhard Müller
Es ist 150 Jahre her, dass die Eisenbahnstrecke von Landau über Pirmasens nach Zweibrücken in Betrieb genommen wurde. Vom 25. November 1875 an konnte damals die Verbindung Landau - Zweibrücken durchgehend befahren werden; mit einer Stichstrecke nach Pirmasens erhielt sie eine bis heute wichtige Ergänzung.
Dampflok-Gefühl mit Deutschlandticket
Gefeiert wird das Jubiläum am 11. und 12. Oktober in der Südwestpfalz mit Sonderfahrten von Dampf- und Nostalgiezügen. Am Samstag, 11. Oktober, treffen sich Anke Rehlinger und Alexander Schweitzer, die Ministerpräsidenten des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz, am Zweibrücker Hauptbahnhof. Dort wollen die beiden Landeschefs gegen 16 Uhr den symbolischen Startschuss für die Bauarbeiten zur Reaktivierung der derzeit noch stillgelegten Schienenstrecke zwischen Homburg und Zweibrücken abgeben – und für deren Integration in die S-Bahn Rhein-Neckar. Diese soll ab Ende 2028 im Stundentakt von Homburg nach Zweibrücken fahren und die Südwestpfalz an den Raum Kaiserslautern und die Metropolregion Rhein-Neckar anbinden. Geplant ist, dass künftig täglich 17 Züge hin und zurück fahren. Damit, so Fritz Engbarth-Schuff vom Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd (ZÖPNV Süd), werde die seit 1989 nicht mehr für den Personenverkehr genutzte Strecke reaktiviert. Zu diesem Zweck werden in Zweibrücken zwei Bahnhofsgleise sowie der gemeinsam mit der Trasse nach St. Ingbert genutzte Streckenabschnitt bis Einöd mit elektrischen Oberleitungen ausgestattet. 90 Prozent der auf 78 Millionen Euro veranschlagten Ausbaukosten werden vom Bund übernommen; den Rest teilen sich Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie der ZÖPNV Süd und der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).
Den symbolischen Startschuss für die Schienenarbeiten soll die Taufe eines S-Bahn-Triebwagens auf den Namen „Zweibrücken“ darstellen. Der Zugfahrzeugtyp ET425 hält am 11. Oktober erstmals in der Rosenstadt. Von dort aus soll er ab Dezember 2028 die S-Bahnlinie über Kaiserslautern bis in den Raum Mannheim/Heidelberg befahren. Rund um die Triebwagen-Taufe sind an jenem Samstag am Zweibrücker Bahnhof ab 15 Uhr mehrere Publikumsveranstaltungen geplant. Unter anderem tritt die Marching-Band Wandermusikanten auf. Der Verein zur Förderung des Schienenverkehrs in und um Zweibrücken steuert eine Bilderausstellung bei; auch der Modelleisenbahnclub ist dabei. Besucher können sich in einer nostalgischen Fotobox in altertümlichen Gewändern ablichten lassen; zudem ist ein mobiler Fotograf mit einer umgebauten Plattenkamera aus dem 19. Jahrhundert vor Ort.
Der Schienen-Zweckverband hat ein Programm mit Fahrten von Nostalgiezügen vorbereitet. So wird am Samstag ein Zug mit Dampflok zwischen Pirmasens-Nord und Zweibrücken pendeln; tags darauf sind dann zwei Dampfzüge im Queichtal unterwegs. Fritz Engbarth-Schuff kündigt den Einsatz einer Dampflok der Baureihe 23 an. Die Lok 23058 schnaufte von 1958 bis 1966 durch die Pfalz; ihren Heimatstandort hatte sie damals im Bahnbetriebswerk Kaiserslautern. Zum Jubiläum zieht sie passende Waggons aus derselben Zeit. Um zeitraubende Rangierfahrten zu vermeiden, wird die Dampflokomotive von einer Diesellok aus den 1960er-Jahren unterstützt. Für Passagiere genügen bei allen Sonderfahrten die üblichen DB- und VRN-Tickets, also auch das Deutschland- oder das Rheinland-Pfalz-Ticket.