06.09.2025 - Die Rheinpfalz -
Pfalz-Akkuzug in Kaiserslautern zu sehen
Beim Tag der Schiene wird erstmals in der Pfalz einer der 44 neuen Akku-Hybrid-Triebwagen zu sehen sein, die ab 2026 auf einem großen Teil der Regionalstrecken die heute eingesetzten Dieselfahrzeuge ablösen sollen. Ein neuer Flirt Akku steht an diesem Tag im DB Werk Kaiserslautern in der Nähe des Hauptbahnhofs. Von Eckhard Buddruss
Stadler hat bereits 55 Flirt Akku für den Einsatz in Schleswig-Holstein geliefert. Die sechsachsigen Triebwagen sind mit einer Länge von 46 Metern aber deutlich kleiner als die Version des Flirt Akku, die für das Pfalznetz bestellt wurde und die Baureihenbezeichnung 6526 bekommt. Die achtachsige Pfalznetz-Version ist 55,5 Meter lang und bietet 172 Sitzplätze. Größter Vorteil der neuen Akku-Hybrid-Fahrzeuge gegenüber früheren Akkutriebwagen wie der Bundesbahn-Baureihe 515 ist, dass sie auf elektrifizierten Streckenabschnitten Strom aus der Oberleitung ziehen und so auch den Akku aufladen können. Als Teil des bundesweiten Tages der Schiene ist einer der neuen Pfalznetz-Triebwagen am Samstag, 20. September, im DB Werk Kaiserslautern zu sehen, das ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs liegt. Der neue Zug ist für das breite Publikum zugänglich. Fahrgäste befördern darf er allerdings noch nicht.
Lange Zeit war geplant, dass der reguläre Einsatz der neuen Triebwagen mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 beginnt. Wegen Verzögerungen bei der Auslieferung der Fahrzeuge musste der Terminplan jedoch verändert werden. Hinzu kommen Verzögerungen bei der Errichtung der Ladeinfrastruktur.
Einsatz beginnt 2026 auf der Strecke Neustadt–Karlsruhe Nach den aktuellen Planungen soll der planmäßige Einsatz der neuen Akku-Hybrid-Triebwagen im Frühjahr 2026 auf den Linien RE6 und RB51 von Neustadt über Landau nach Karlsruhe beginnen, weil die Züge hier nur die 44 Kilometer lange Elektrifizierungslücke zwischen Neustadt und Wörth überwinden müssen und an den elektrifizierten Linienendpunkten aufgeladen werden können. Im Gegensatz zu anderen Linien kann der Betrieb deshalb ohne zusätzliche Ladeinfrastruktur aufgenommen werden. Die neuen Fahrzeuge sollen nach und nach die heute eingesetzten Dieseltriebwagen ablösen.
Während die Umstellung auf die neuen Triebwagen in der Südpfalz mit nur moderater Verspätung anläuft, gibt es auf anderen Linien, wo zusätzliche Ladeinfrastruktur gebraucht wird, teilweise größere Verzögerungen. Um den Einsatz der Fahrzeuge mit einem leicht veränderten Betriebskonzept 2026 auch in der Westpfalz aufzunehmen, werden in Pirmasens, Kusel und Lauterecken als provisorische Lösung für eine Übergangszeit 1000-Volt-Elektranten installiert. Damit soll im Frühjahr 2026 schrittweise die Regionalbahn-Linie von Pirmasens über Zweibrücken nach Saarbrücken auf die neuen Akkuzüge umgestellt werden. Sie können hier Strom auf dem elektrifizierten Abschnitt zwischen St. Ingbert und Saarbrücken aus der Oberleitung ziehen. Nach der Verlängerung der S-Bahn nach Zweibrücken kommt Ende 2028 der Abschnitt zwischen Zweibrücken und Einöd hinzu.
Ab Ende 2026 ist der Einsatz auf den Regionalbahn-Linien von Kaiserslautern nach Pirmasens, Kusel und Lauterecken geplant. Erst ab Ende 2028 soll die Regionalbahn-Linie von Landau über Annweiler nach Pirmasens folgen. Für die werden die geplanten Oberleitungsinseln in Landau und Pirmasens Nord samt der Elektrifizierung des Abschnitts zwischen Pirmasens Nord und dem Fehrbacher Tunnel benötigt. Als letzte soll Ende 2029 die Linie von Winden nach Bad Bergzabern auf die neuen Fahrzeuge umgestellt werden, für die hier die Oberleitungsinsel in Winden gebraucht wird.
Zu den Linien, auf denen die 44 Flirt Akku eingesetzt werden, gehört auch die RB 77 im Saarland von Dillingen nach Niedaltdorf.