26.08.2025 - SWR aktuell -

Nach mehr als 30 Jahren
Startschuss: Die Bahnstrecke zwischen Zweibrücken und Homburg wird reaktiviert

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Von Nadine Lindacher
Mit einem symbolischen Spatenstich am 11. Oktober soll es losgehen. Mehr als 30 Jahre mussten Anwohner warten, bis die Strecke endlich wieder ans Netz geht. Im Dezember 2028 sollen dann die ersten Züge rollen.

Die Freude bei der Stadtspitze in Zweibrücken ist groß. Schon bei der Vertragsunterzeichnung im vergangenen Jahr sprach Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) von einem historischen Meilenstein für seine Stadt.

Seit 1991, also seit mehr als 30 Jahren, ist die Bahnstrecke stillgelegt. Und mehr als 20 Jahre hat es gedauert, bis die Planung zur Reaktivierung durch war. Durch die Reaktivierung der Strecke ist Zweibrücken dann wieder an das S-Bahn-Netz und den Fernverkehr angeschlossen.

AUDIO: Verbandsdirektor Michael Heilmann zu Bahnstrecke Zweibrücken-Homburg
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Bessere Anbindung nach Kaiserslautern und Saarbrücken

Durch die Reaktivierung der knapp elf Kilometer langen Bahnstrecke sollen Bahnreisende künftig nicht nur besser nach Homburg kommen, sondern auch nach Kaiserslautern und Mannheim. Und das ohne umsteigen zu müssen. Außerdem hat Zweibrücken dann auch einen Anschluss zum Fernverkehr, also zu den ICE- und Eurocity-Zügen, die ab Homburg fahren. Konkret: ab Dezember 2028 fährt dann ab Zweibrücken stündlich ein S-Bahn-Zug bis Homburg und weiter über Kaiserslautern, Neustadt, Ludwigshafen, Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe.

"Wir warten händeringend auf diese Bahn", sagt Marold Wosnitza. Aktuell kann man nämlich nur mit dem Bus von Zweibrücken nach Homburg fahren. Das würden viele Menschen nicht auf sich nehmen, so Wosnitza. Deshalb sei die Reaktivierung notwendig. Auch für die Infrastruktur, für den Wirtschaftsraum und den Tourismus in der ganzen Region sei der Ausbau sehr wichtig. Nicht zu vergessen: "Für die Fußball-Fans ist das die Bahn, die uns zum Betze bringt".

Wichtiger Schritt für Planungen Vertrag für Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Homburg und Zweibrücken

Die Vorarbeiten auf der Bahnstrecke sind abgeschlossen

Bevor es mit den eigentlichen Bauarbeiten losgeht, musste die Deutsche Bahn noch etliche Vorarbeiten an der Strecke erledigen. So mussten zum Beispiel geschützte Tiere umgesidelt werden. Dabei seien Flächen für Mäuse und Eidechsen angelegt worden, damit die sicher die Bahngleise überqueren können. Im Herbst sollen dann die Bäume und Büsche an den Gleisen zurückgeschnitten werden.

Konkret steht laut Deutscher Bahn jetzt folgendes an Bauarbeiten an: Etwa sieben Kilometer Oberbau muss erneuert werden, also Gleise und Schotter beispielsweise, dann müssen rund elf Kilometer lange Oberleitungen und Weichen verlegt werden, Eisenbahnüberführungen und Straßenunterführungen müssen erneuert werden und der Bahnsteig in Zweibrücken muss erhöht werden. Ab 2026 soll die Strecke elektrifiziert werden und es sollen neue Parkplätze an den Haltestellen entstehen.

Warum hat die Planung rund 20 Jahre gedauert?

Vor gut 30 Jahren wurde die Strecke zwischen Zweibrücken und Homburg stillgelegt, lediglich gut zehn Jahre später wollte man sie schon wieder reaktivieren. Aber diese Pläne haben sich gezogen - bis heute. Verzögert hatten sich die Pläne zum Beispiel, weil sich Bürgerinnen und Bürger gewünscht hatten, dass der Bahnübergang Homburg-Einöd wiederhergestellt wird und der Haltepunkt Beeden im Saarland verlegt wird.

Wegen dieser Änderungswünsche sei es laut Deutscher Bahn zu der Verzögerung gekommen und deshalb soll der Ausbau jetzt auch unter anderem doppelt so viel kosten wie geplant. Ein weiterer Grund seien die gestiegenen Kosten für Baumaterialien und die aufwendigen Umweltauflagen.

Reaktivierung der Strecke kostet rund 80 Millionen Euro

Die Baumaßnahmen sollen rund 80 Millionen Euro kosten. Den Großteil davon übernimmt der Bund. Auch die Länder Rheinland-Pfalz und Saarland und der Verkehrsverbund Rhein-Neckar tragen einen Teil der Kosten. Im Dezember 2028 sollen wieder Züge auf der Strecke fahren, die seit 1991 komplett stillgelegt war.