26.08.2025 - Die Rheinpfalz -

Startschuss für S-Bahn-Bau nach Zweibrücken

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Am 11. Oktober beginnen in Zweibrücken mit einem symbolischen Spatenstich die Bauarbeiten für den Anschluss der Stadt ans Netz der S-Bahn Rhein-Neckar. Gleichzeitig wird das Jubiläum der 1875 eröffneten Bahnstrecke nach Landau mit Dampfzugfahrten gefeiert. In den Zügen gelten reguläre Fahrkarten wie das Deutschlandticket.
Von Eckhard Buddruss

Seit mehr als 25 Jahren kämpft die Stadt Zweibrücken um die Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecke nach Homburg, die größtenteils auf saarländischem Territorium liegt. Es dauerte lange Zeit, bis die anfangs wenig kooperative Landesregierung in Saarbrücken 2017 ihre grundsätzliche Zustimmung zu dem Projekt erteilte. In den vergangenen Jahren gab es diverse Verzögerungen im Planungsverfahren. Nun sollen im Herbst die Bauarbeiten beginnen, deren Löwenanteil den stillgelegten Abschnitt zwischen dem Abzweigebahnhof Einöd und Homburg betrifft. Im Herbst beginnen hier Rodungsarbeiten auf der in Jahrzehnten zugewucherten Trasse, bevor ab kommendem Jahr der Wiederaufbau der Gleisanlagen samt Elektrifizierung für die Integration ins S-Bahn-Netz erfolgt.

Auf rheinland-pfälzischem Territorium ist lediglich der Streckenabschnitt zwischen Zweibrücken und der Landesgrenze zu elektrifizieren und der Bahnsteig an Gleis 1 in Zweibrücken auf S-Bahn-Niveau anzuheben. Die Inbetriebnahme der Strecke ist für Ende 2028 vorgesehen. Dann fährt ab Zweibrücken stündlich ein S-Bahn-Zug nicht nur bis Homburg, sondern weiter über Kaiserslautern, Neustadt, Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg nach Karlsruhe.

Der symbolische Spatenstich findet in Zweibrücken statt, angekündigt ist Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD). Am selben Tag wird das Jubiläum der Bahnstrecke von Zweibrücken nach Landau mit Dampfzügen gefeiert, in denen reguläre Nahverkehrstickets gelten. Wer also beispielsweise ein Deutschlandticket hat, kann ohne weitere Kosten mitfahren. Am Samstag, 11. Oktober, fahren auf dem Abschnitt zwischen Zweibrücken und Pirmasens Nord vier Dampfzüge pro Richtung. Am Sonntag, 12. Dezember, gibt es Dampfzüge auf der Strecke von Pirmasens Nord nach Landau. Vorgesehen ist auch ein Abstecher auf die Wieslauterbahn nach Dahn.

Der Abschnitt von Landau nach Annweiler ging bereits am 12. September 1874 in Betrieb, die übrigen Abschnitte samt der Stichstrecke von Biebermühle (heute Pirmasens Nord) nach Pirmasens am 25. November 1875. Schon das Jubiläum im Jahr 2000 wurde Anfang Oktober gefeiert. Damals gab es eine spektakuläre Plandampfveranstaltung, bei der teilweise reguläre Züge mit Dampflokomotiven gefahren wurden.

2026 sollen wieder Züge auf der Zellertalbahn fahren

Der für den öffentlichen Nahverkehr im südlichen Rheinland-Pfalz zuständige Zweckverband hat laut Verbandsdirektor Michael Heilmann das „feste Ziel“, im kommenden Jahr wieder den Ausflugsverkehr auf der nordpfälzischen Zellertalbahn von Monsheim (Kreis Alzey-Worms) nach Langmeil (Donnersbergkreis) aufzunehmen, die 2017 wegen Infrastrukturmängeln gesperrt werden musste. Inzwischen wurden die Gleise umfassend saniert. Noch nicht modernisiert sind allerdings die Bahnübergänge. Für eine Übergangszeit könnte der Ausflugsverkehr so wie in den Jahren 2001 bis 2017 mit einer Sicherung der Bahnübergänge durch Personal betrieben werden. Dieses Verfahren hat sich im Ausflugsverkehr als praktikabel erwiesen, eignet sich aber nicht für einen Regelbetrieb bei einer mittelfristig angestrebten Integration der Strecke in den Rheinland-Pfalz-Takt mit durchgehenden Zügen von Kaiserslautern nach Worms.

Mittelfristig könnte die Bedeutung der Strecke erheblich zunehmen. Die Firma Dyckerhoff arbeitet an Plänen für einen Gleisanschluss ihres Werks in Göllheim. Hier wurde die Entwurfsplanung abgeschlossen. Geplant ist die Verlagerung erheblicher Tonnagen von der Straße auf die Schiene.

Sehr wichtig könnte die Zellertalbahn, die früher nicht nur von einem Eilzug von Pirmasens nach Frankfurt, sondern sogar von einem deutsch-französischen Fernschnellzug befahren wurde, künftig als Ausweichstrecke werden – insbesondere wenn die Deutsche Bahn (DB) tatsächlich ihre Hauptstrecke von Saarbrücken nach Ludwigshafen fünf Monate lang für eine Generalsanierung sperrt. Die DB nennt als Daten hierfür die Zeit vom 22. Juni bis 7. Dezember 2029. Bei diesem Vorhaben ist aber derzeit noch sehr viel ungeklärt. Auch bei früheren Sperrungen der Hauptstrecke etwa im Frühjahr 2020 hätte der Zweckverband gerne Züge von Kaiserslautern über die Zellertalbahn nach Worms und weiter nach Ludwigshafen oder Mannheim bestellt.

Planungsmittel für Projekt Pfalztram beschlossen

Die Versammlung des Zweckverbands hat am Montag in Kirchheimbolanden die vollständige Übernahme der Planungskosten für die Vorentwurfsplanung des Projektes „Pfalztram“ in Höhe von voraussichtlich rund 3 Millionen Euro beschlossen. Dabei handelt es sich um ein Konzept, mit dem Linien des Stadtbahnsystems Ludwigshafen verlängert werden und zwar in nördlicher Richtung nach Ludwigshafen-Pfingstweide, in südlicher Richtung von Ludwigshafen über Rheingönheim nach Neuhofen und Waldsee sowie in südwestlicher Richtung über Ludwigshafen-Maudach und Mutterstadt nach Dannstadt-Schauernheim. Der Betrieb auf diesen Linien würde dem der Rhein-Haardt-Bahn nach Bad Dürkheim ähneln, deren Züge ins Stadtbahnnetz von Ludwigshafen und Mannheim integriert sind. Zweckverbandsvorsteher Dietmar Seefeldt, Landrat des Kreises Südliche Weinstraße, bezeichnete den geplanten Ausbau des Stadtbahnnetzes rund um Ludwigshafen als „herausragendes Zukunftsprojekt“.