25.09.2024 - Die Rheinpfalz -
Neuer ICE nach Berlin für die Pfalz
Ab Mitte Dezember bekommt die Pfalz einen weiteren Direkt-ICE nach Berlin, der in Homburg, Kaiserslautern und Neustadt hält. Der erste Direkt-ICE von Berlin nach Paris bedient dagegen weder Kaiserslautern noch Mannheim, hält aber immerhin in Karlsruhe. Von Eckhard Buddruss
Bereits vor einem Jahr gab es teilweise heftige Diskussionen um die Frage, ob der erste ICE, der die deutsche und die französische Hauptstadt verbindet, über Straßburg oder Saarbrücken fahren soll. Schon damals zeichnete sich ab, dass eine Fahrt über Straßburg nur dann sinnvoll möglich ist, wenn der Zug zusätzlich zum bestehenden Angebot gefahren wird. Würde der neue Direktzug dagegen durch die Verknüpfung bestehender Züge gebildet, wäre dies besser über Saarbrücken möglich.
Am Dienstag gaben die Deutsche Bahn (DB) und die französische Staatsbahn SNCF auf der Berliner Fachmesse Innotrans bekannt, dass der neue Zug mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember zusätzlich zum bestehenden Angebot fahren wird. Er hält auf dem Weg von Berlin nach Paris weder am Frankfurter Hauptbahnhof, noch in Mannheim, sondern nur in Frankfurt Süd, Karlsruhe und Straßburg.
Überraschend gab die DB gleichzeitig bekannt, dass das Saarland und die Pfalz einen neuen Direkt-ICE nach Berlin bekommen. Der neue ICE startet laut DB täglich um 13.28 Uhr in Saarbrücken, planmäßige Ankunft in Berlin Hauptbahnhof ist um 20.04 Uhr. Unterwegs hält der Zug unter anderem in Homburg (ab 13.50 Uhr), Kaiserslautern (ab 14.14 Uhr), Neustadt (ab 14.40 Uhr) und Mannheim. Ab Frankfurt fährt der Zug nonstop nach Berlin.
In beiden Richtungen fährt ein Direktzug am Morgen
In der Gegenrichtung fährt der neue ICE morgens um 7.57 Uhr ab Berlin Hauptbahnhof. Planmäßige Ankunft in Neustadt ist um 13.22 Uhr, in Kaiserslautern um 13.50 Uhr und in Homburg um 14.17 Uhr.
Bisher gibt es bereits einen Direkt-ICE von Saarbrücken durch die Pfalz nach Berlin und zurück, der morgens hin und abends zurück fährt. Dieser Zug pausiert derzeit wegen der monatelangen Riedbahn-Sperrung, soll aber ab Mitte Dezember auch wieder fahren. Somit gibt es dann in beide Richtungen einen Direktzug mit Abfahrt am Morgen und am Nachmittag. Der neue Direktzug zwischen den beiden Hauptstädten fährt laut DB um 11.54 Uhr in Berlin Hauptbahnhof ab und erreicht Paris Est planmäßig um 19.55 Uhr. Der Gegenzug fährt ab Paris Est um 9.55 Uhr, planmäßige Ankunft in Berlin ist um 18.03 Uhr. Eingesetzt wird ein ICE der Baureihe 407. Dieser Fahrzeugtyp bestreitet den deutsch-französischen Verkehr über die LGV Est seit 2015 und hat sich als wesentlich zuverlässiger erwiesen hat als die zuvor eingesetzte Baureihe 406, bei der es häufig Störungen und Zugausfälle gab.
Tickets von Berlin nach Paris soll es in der zweiten Klasse ab 60 Euro, in der ersten Klasse ab 70 Euro geben. Fahrkarten können ab 16. Oktober gebucht werden.
Mit dem neuen Zugpaar erhöht sich die Anzahl der Direktverbindungen zwischen Deutschland und Paris über die französische Ost-Schnellbahn (LGV Est) auf 24. Sechs Zugpaare fahren bisher schon zwischen Frankfurt und Paris (alle sechs über Mannheim, davon vier über Kaiserslautern und zwei über Karlsruhe), fünf zwischen Stuttgart und Paris. Hinzu kommt nun das neue Zugpaar von Berlin nach Paris. Karlsruhe, schon bisher Spitzenreiter mit sieben Direktzügen nach Paris, bekommt nun sogar noch einen achten.
Kommentar
Mehrere Regionen als Gewinner
Von Eckhard Buddruss
Weil gleich zwei neue ICE eingeführt werden, können sich außer dem Elsass und Karlsruhe auch die Pfalz und das Saarland freuen.
„Bahnchef Richard Lutz verrät seine Heimat – ICE von Berlin nach Paris fährt nicht über Kaiserslautern“ wäre eine schöne Schlagzeile für eine Pfälzer Zeitung, die keinen Wert auf Seriosität und Fairness legt. Tatsächlich gibt es aber gute Gründe, den neuen ICE zwischen den Hauptstädten Deutschlands und Frankreichs über Straßburg zu führen – sowohl fahrplantechnisch als auch wegen der symbolträchtigen ersten Direktverbindung zwischen der EU-Parlamentsstadt Straßburg und Berlin.
Kaiserslautern konnte unter den gegebenen Umständen sowieso eher auf einen zusätzlichen Direktzug nach Berlin hoffen als auf einen mehr nach Paris. Der zweite Zug nach Berlin ist auch wertvoller als es der fünfte nach Paris wäre. Diesen zusätzlichen Direktzug nach Berlin bekommt Kaiserslautern nun, obwohl der Berlin–Paris-ICE über Straßburg fährt. Noch besser wird diese Nachricht dadurch, dass dieser ICE auch in Neustadt und Homburg hält. Deshalb können sowohl das Elsass samt Karlsruhe zufrieden sein als auch die Pfalz und das Saarland. Dass ein prominenter ICE an Mannheim vorbei fährt, dürfte aber wohl allenfalls Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn freuen. Eine ideale Lösung ist das nicht, sondern vor allem Schwierigkeiten geschuldet, den Zug auf Engpassstrecken unterzubringen. Mittelfristig dürfte die DB anstreben, den Berlin–Paris-ICE über Frankfurt Hauptbahnhof und Mannheim zu führen.