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Bahnstrecke Landau–Rohrbach
Die Bahnstrecke Landau–Rohrbach ist eine 92 Kilometer lange Hauptbahn, die unter anderem über Annweiler am Trifels, Rodalben, Zweibrücken und Blieskastel verläuft. Sie entstand im Zeitraum von 1857 bis 1895 teilweise aus bestehenden Strecken. Der bedeutendste Abschnitt Landau–Zweibrücken ging am 25. November 1875 vollständig in Betrieb. Teilabschnitte der Strecke werden wahlweise als Südpfalzbahn (Landau–Zweibrücken), Queichtalbahn (Landau–Pirmasens Nord) oder Schwarzbachtalbahn (Pirmasens Nord–Rohrbach) bezeichnet. In ihren ersten Jahrzehnten war sie im Güterverkehr Bestandteil einer wichtigen Ost-West-Magistrale von der Saargegend nach Süddeutschland und besaß zusätzlich Bedeutung im Personenfernverkehr. Seit Ende der 1980er Jahre findet ausschließlich Nahverkehr statt. Die Strecke wurde ab 1994 im Kursbuch der Deutschen Bahn (DB) in zwei getrennten Kursbuchtabellen (Saarbrücken–Pirmasens und Pirmasens–Landau) aufgeführt. Gleichzeitig entfiel weitgehend der durchgehende Verkehr zwischen Landau und Saarbrücken zugunsten von Direktverbindungen nach Pirmasens. Der Güterverkehr kam 2002 zum Erliegen.
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Zukunftspläne Es wird immer wieder über die Einführung schneller Regionalexpress-Züge der Relation Saarbrücken–Karlsruhe diskutiert. Für die Realisierung wären nach Angaben des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV Süd) die Einrichtung einer Kreuzungsmöglichkeit in Thaleischweiler-Fröschen sowie ein weiterer Kreuzungsbahnhof notwendig. Für den Bundesverkehrswegeplan 2030 hat das Land Rheinland-Pfalz den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der gesamten Strecke als „Ausbaukonzept West-Ost-Korridor/nördlicher Oberrhein“ angemeldet. Darüber hinaus sollen langfristig im Berufsverkehr Züge der Relation Landau–Dahn verkehren. Im Rahmen der Reaktivierung der Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken soll der Abschnitt Zweibrücken Hbf – Einöd (Saar) elektrifiziert werden. Ab Dezember 2025 ist der Einsatz von Akkutriebwagen des Typs FLIRT Akku geplant
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Güterverkehr Der Güterverkehr war auf der Bahnstrecke in den ersten Jahrzehnten vor allem für den Kohletransport aus der Saargegend sehr bedeutend. Anfang des 20. Jahrhunderts verkehrten über die Strecke Güterzüge der Relationen Kaiserslautern–Homburg–Landau–Germersheim, Saarbrücken–Landau–Germersheim, St. Ingbert–Zweibrücken, Homburg–Hinterweidenthal und Pirmasens–Biebermühle–Rodalben.Mehrere Bahnhöfe entlang des Streckenabschnitts Albersweiler–Pirmasens Nord waren darüber hinaus für die Verladung von Holz bedeutend. In den 1930er Jahren wies die Strecke im Zuge der Errichtung des Westwalls den stärksten Güterverkehr in ihrer Geschichte auf. Die Demontage des zweiten Gleises nach dem Zweiten Weltkrieg verhinderte dauerhaft einen leistungsfähigen Gütertransport. Im Laufe der Jahrzehnte ging das Aufkommen deutlich zurück. Dies verstärkte sich nach der Elektrifizierung der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken. Aufgrund der seit 1971 bestehenden Direktionszugehörigkeiten erfolgte die Bedienung der Bahnhöfe des Abschnitts Landau–Wilgartswiesen von Landau aus, während der restliche Streckenabschnitt von Kaiserslautern, Homburg und Saarbrücken aus versorgt wurde. Aufgrund der alliierten Streitkräfte, die in und um Pirmasens sowie Zweibrücken ansässig waren, kam es zudem jahrzehntelang zu Militärtransporten über die Strecke, die sich jedoch mit dem Ende des Kalten Kriegs und dem damit einhergehenden Truppenabzug erübrigten. Die hohe Anzahl an Zugkreuzungen in den Bahnhöfen und den damit einhergehenden Verspätungen im Personenverkehr brachte eine Umleitung der meisten noch vorhandenen Güterzüge mit sich, die vorzugsweise die Magistrale Mannheim–Saarbrücken befuhren. Bereits in den 1980er Jahren bestimmten Übergabezüge das Betriebsgeschehen. 1996 endete der Güterverkehr zwischen Hinterweidenthal und Pirmasens Nord. Der Abschnitt Landau–Wilgartswiesen wurde zu diesem Zeitpunkt lediglich sporadisch bedient, sodass er 1998 ebenfalls zum Erliegen kam. Zwischen Rohrbach und Pirmasens Nord wiesen zuletzt lediglich Zweibrücken und Thaleischweiler-Fröschen Güterbeförderung auf; diese endete 2002, sodass seither kein Güterverkehr mehr stattfindet. In der Folge wurden in den Bahnhöfen die Gütergleise stillgelegt und demontiert.
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