12.08.2026 - Die Rheinpfalz

Reisebüro Lehnen: Keine Bahnfahrkarten mehr

Die Deutsche Bahn stellt ihr Vertriebssystem ab nächsten Monat um – mit der Folge, dass das Reisebüro Lehnen in der Gutenbergstraße ab 1. September keine Bahntickets mehr für den Fernverkehr und ab 10. Dezember keine mehr für den Nahverkehr verkauft. „Nach 65 Jahren Bahnfahrkartenverkauf ist Schluss“, bedauert Achim Lehnen, Inhaber des gleichnamigen Reisecenters. Lehnen erklärt den Einschnitt so: Reisebüros, die eine DB-Agentur betreiben, müssten wegen der Umstellung des Vertriebssystems zwei neue, von der Bahn entwickelte Programme für den Nah- und Fernverkehr übernehmen. „Probleme machen aber die fehlende Schnittstelle zu den Reisebüro-Buchhaltungssystemen sowie zusätzliche Kosten für die neuen Systeme.“ Jeder Fahrkarten- und Reservierungsbeleg müsste künftig manuell und einzeln in die Systeme eingepflegt und verbucht werden, so Lehnen. „Beim bisherigen Verfahren lief das automatisiert.“

In der heutigen hochtechnisierten Zeit, so Lehnen, sei das ein völlig inakzeptables Verfahren für ihn und seine Kolleginnen und Kollegen. „Diese Mehrarbeit können wir nicht stemmen.“ Hinzu komme, dass die Deutsche Bahn den Reisebüros seit Jahren immer weniger Vermittlungsprovision zahle, was auch der Grund für die Service-Entgelte sei, die Reisebüros erheben. Für Bahnreisende war das Reisebüro Lehnen bislang die einzige mit Personen besetzte Bahnfahrkarten-Verkaufsstelle in Zweibrücken.

Ein kleines Schlupfloch gebe es, sagt Lehnen: Der Herausgeber seines Reservierungsprogramms biete ein Modul, über das Fernverkehrsfahrkarten und Ländertickets wie das Rheinland-Pfalz- oder das Quer-durchs-Land-Ticket ausgestellt werden können. Verbundtickets oder das Deutschlandticket sind nicht enthalten. Und: Die Bahn zahle hier gar keine Vermittlungsprovision, weshalb er höhere Service-Preise verlangen müsse. Alternativ zum Reisebüro können Bahnreisende übers Internet oder am Fahrkartenautomaten Tickets kaufen.sig