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Holger Magel: Gleichwertigkeit in Stadt und Land – Politische Leerformel oder lebenslange Aufgabe aller Landentwickler?

Zusammenfassung
Der Beitrag befasst sich mit den gegenwärtigen beunruhigenden politischen Umwälzungen in Deutschland, die ursächlich auch mit einer zunehmenden Entfremdung und Spaltung zwischen städtischen und ländlichen Räumen und Gesellschaften zu tun haben. Sie wird von rechtspopulistischen Parteien geschickt genützt. Es besteht immer mehr die Gefahr, dass es kein gemeinsames Verantwortungsgefühl für die gleichwertige Entwicklung im ganzen Land gibt und die durchaus bestehenden politischen Bekenntnisse hierzu zur reinen Leerformel verkommen. Dadurch wird es immer schwieriger, die großen Herausforderungen der sozialökologischen Transformation (für Menschen im Osten fast ein Hasswort) zu schultern. Die klassische Landentwicklung mit einer Fokussierung auf eine umfassende Verbesserung der harten Infrastruktur sowie nun auch auf Resilienz und klimagerechte Maßnahmen muss sich erweitern und (wieder) besinnen auf die Stärkung sozialer Gemeinschaften und Treffpunkte sowie gleichwertiger Räume. Gleichwohl besteht berechtigte Zurückhaltung in der Frage, ob alle Räume gleichwertig werden können. Die Landentwickler gleichen in ihren Bemühungen eher dem griechischen Sisyphos, den sich Albert Camus dennoch als glücklichen Menschen vorstellen kann. Warum nicht auch die Landentwickler?

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