15.10.2025 - Die Rheinpfalz/br>

Jetzt müssen die Zweibrücker drei Jahre auf „ihren“ Zug warten

Gerhard Müller
Die S-Bahn, die am Samstag im Zweibrücker Bahnhof getauft wurde, kann erst Ende 2028 dorthin zurückkehren. Was bis dahin mit dem Zug namens Zweibrücken geschieht.

Als sich am Samstag im Zweibrücker Hauptbahnhof gegen Abend der Trubel rund um Dampflokfahrten und Zugtaufe gelegt hatte, machte sich der S-Bahn-Zug, der seit 11. Oktober auf den Namen „Zweibrücken“ hört, auf die Rückreise in sein vertrautes Revier zwischen Homburg und der Neckarregion. Das Fahrzeug trägt die Typenbezeichnung ET (Elektro-Triebwagen) 425 319. Weil es auf elektrischen Strom angewiesen ist, wird es erst im Dezember 2028 in seiner südwestpfälzischen Namenspatenstadt wieder Station machen können. Nämlich dann, wenn die S-Bahn-Verlängerung von Homburg nach Zweibrücken Wirklichkeit geworden ist und die Oberleitungen über den Gleisen bis in die Rosenstadt verlegt sind.

Um in Zweibrücken getauft werden zu können, musste sich der S-Bahn-Zug am Samstag in nicht elektrifizierte Gefilde begeben. Bis Freitagnachmittag war der Triebwagen in der S-Bahn-Werkstatt Ludwigshafen mit seinem neuen Namensschriftzug und dem Zweibrücker Wappen sowie einigen weiteren Überarbeitungen versehen worden. Am Samstagmorgen begab sich der aufgefrischte Triebwagen in Ludwigshafen auf die Reise über elektrifizierte Gleise bis zum Bahnhof St. Ingbert. Dort konnte man vor Ort beobachten, wie ein Dieseltriebwagen hinzukam. Beide Maschinen wurden aneinandergekuppelt; von St. Ingbert aus schleppte die Diesellok den S-Bahn-Zug auf der Strecke, die noch keine Oberleitungen hat, nach Zweibrücken.

Während der Taufe ist er antriebslos

So kam es, dass beide Zugfahrzeuge am Samstag in Zweibrücken Premiere feierten. Dort war vorher weder der S-Bahn-Zug noch der Dieseltriebwagen jemals gewesen, wie Eisenbahner am Rande der Feierstunde zu berichten wussten. Bevor die Diesellok den Elektrozug ins Schlepptau nehmen konnte, mussten im S-Bahn-Fahrzeug sämtliche Antriebsfunktionen abgeschaltet werden.

Daher stand der Elektrozug am Samstag mehrere Stunden lang still – auch kurz nach 16 Uhr, als die Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer und Anke Rehlinger im Hauptbahnhof die rote Plastikfolie vom Bug der Lok ablösten und den Schriftzug „Zweibrücken“ freigaben. Nach 18 Uhr, so Silke Janser, die Vorsitzende der Regionalleitung der DB Regio, zog die Diesellok die antriebslose Elektro-S-Bahn bis zum Haltepunkt Rohrbach, ab dem es wieder elektrische Oberleitungen gibt. Dort wurde die S-Bahn wieder für den elektrischen Betrieb hergerichtet. Da gehörte auch das Heben des Stromabnehmers und die Prüfung aller Sicherheitseinrichtungen dazu. Anschließend wurde der S-Bahn-Zug nach Kaiserslautern gesteuert. Von dort aus hat er noch am selben Abend seine Arbeit im S-Bahn-Netz wieder auf.

Wo man mit dem Zug „Zweibrücken“ fahren kann

Wie die DB Regio erläutert, ist der optisch aufgefrischte, auf den Namen „Zweibrücken“ getaufte Zug nun wieder im Netz der S-Bahn Rhein-Neckar unterwegs. Dort bediene er vorwiegend die Linien S1 bis S4, also von Homburg und Kaiserslautern bis nach Mosbach beziehungsweise Osterburken sowie von Karlsruhe bis Germersheim beziehungsweise Wörth/Karlsruhe jeweils über Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg in die BASF sowie auch zwischen Germersheim und Bruchsal – dort als S33.

Bevor man dem Elektrozug am Samstag den Namen „Zweibrücken“ verpasste, war er namenlos. Dabei ist er schon seit 2004 als S-Bahn im Dienst und hat bereits mehr als 3,4 Millionen Fahrkilometer abgeleistet.