10.07.2025 - spiegel.de -

Bahn kündigt nächste Verspätung bei Generalsanierung an

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Verlängerung um weiteres Jahr

Erst 2031, dann 2035, jetzt 2036: Bei der Deutschen Bahn verspäten sich nicht nur die Züge. Auch der Abschluss der sogenannten Generalsanierung rückt in immer weitere Ferne.

Die Deutsche Bahn will die umfassende Sanierung besonders wichtiger Strecken um ein weiteres Jahr verlängern – also bis 2036. Das teilte die Bahn am Donnerstag nach einem Branchendialog mit. Erst im Juni hatte die Bahn 2035 als neues Zieldatum ausgegeben. Die Modernisierung von mehr als 40 viel befahrenen und dringend sanierungsbedürftigen Strecken wird damit mindestens fünf Jahre länger dauern als ursprünglich geplant.

Die Bahn betrachtet die Generalsanierung der wichtigsten Schienenkorridore als zentrales Konzept für die Zukunft der Schieneninfrastruktur. Ende Juni hatte der bundeseigene Konzern bereits vorgeschlagen, die Baumaßnahmen um vier Jahre bis ins Jahr 2035 zu strecken. Die Fahrgäste müssen damit wohl deutlich länger mit dem maroden Netz und in der Folge hoher Unpünktlichkeit bei der Bahn klarkommen.

Aus der Branche kamen aber durchaus positive Reaktionen zum neuen Zeitplan. Der Verband der Güterbahnen befürchtete zum Beispiel Überforderung bei Planung und Bau sowie unzumutbare Beschränkungen des laufenden Verkehrs. In den ersten Generalsanierungskonzepten waren lange Umleitungen mit viel Zeitverlust für den Güterverkehr vorgesehen. »Die vom Infrastrukturbetreiber vorgeschlagene Streckung des Programms bis 2036 bietet Chancen, die Projekte besser vorzubereiten«, sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger.

Bis 2027 soll es bei alter Planung bleiben

Die endgültige Entscheidung über die zeitliche Reihung für die Korridorsanierungen bis 2036 muss der Bund treffen. Noch unter der alten Bundesregierung hatte die Bahn die Generalsanierungen eingeleitet. Dabei sollen Aufgaben gebündelt erledigt werden, die Strecken werden dafür aber monatelang komplett gesperrt. Im vergangenen Jahr wurde mit der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim die erste Strecke so saniert. Wegen verdreifachter Kosten hat der Bundesrechnungshof das Vorhaben deutlich kritisiert. In einem aktuellen Bericht empfiehlt er dem Haushaltsausschuss des Bundestages, vorerst keine weiteren Gelder für die Generalsanierung auszuzahlen.


Zeitplan der Bahnsanierung in Verzug

sr-online.de

Die Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Forbach und Ludwigshafen verschiebt sich um mindestens zwei Jahre. Das hat die DB mitgeteilt. Ein neuer Termin könnte das 2.Halbjahr 2029 sein. Die DB Infrago habe sich am Mittwoch mit den Länderchefs darauf verständigt, alle anstehenden Generalsanierungen im Gesamtnetz der DB bis 2036 zu ziehen. Das betrifft auch Bahnhofssanierungen. Die geplante Sanierung der Bahnhöfe zwischen Forbach und Ludwigshafen wird mit der Streckensanierung zusammengelegt. Das soll Ausfälle und Beeinträchtigungen für Fahrgäste bündeln.