07.11.2024 - Die Rheinpfalz -
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Generalsanierung geplant

Monatelange Bauarbeiten: Auf Bahnstrecke Saarbrücken – Ludwigshafen droht Mega-Engpass

Saarbrücken • Da dürften sich Bahn-Kunden auf was gefasst machen: Denn die Strecke von Forbach über Saarbrücken, St. Ingbert und Homburg nach Ludwigshafen soll saniert werden. Und das geht wohl nicht ohne monatelange Dauer-Baustelle.
Von Matthias Zimmermann, Online-Redakteur

Mit einem bundesweiten Großprojekt will sich die Deutsche Bahn (DB) für die Zukunft rüsten. Dafür soll das in vielen Regionen marode Schienennetz auf Vordermann gebracht werden. Zahlreiche Strecken sind von den Arbeiten betroffen. Dazu gehört auch die Hauptverkehrsachse durch das Saarland und die Pfalz. Mehrere Monate wird es durch die Generalsanierung wohl zu erheblichen Behinderungen kommen.

Strecke im Saarland soll 2028 von monatelangen Bauarbeiten betroffen sein

Konkret: Zwischen Forbach über Saarbrücken, St. Ingbert, Hoburg und weiter nach Kaiserslautern bis nach Ludwigshafen sind gleich mehrere Baustellen geplant, die innerhalb von fünf Monaten angegangen werden sollen. Währenddessen wird der Schienenverkehr eingeschränkt. Das betrifft Fernzüge ebenso wie Regionalverbindungen und Güterzüge. Das kündigt auf SZ-Anfrage eine Sprecherin in der Berliner DB-Konzernzentrale an, in der die Projekte koordiniert werden.

Bis die Arbeiten dazu starten, soll es noch eine Weile dauern. Nach jüngsten Informationen sieht die DB vor, an gleich neun sogenannter Korridore die Arbeiten in Auftrag zu geben. Allesamt stehen nach bisherigen Plänen für 2028 an. Jeweils mehrmonatige Bauphasen zu unterschiedlichen Zeiten sind anvisiert. Die Projekte im Einzelnen, zu denen die Arbeiten an der Verbindung Forbach/Saarbrücken nach Ludwigshafen zählt:

• Köln – Bonn – Koblenz
• Koblenz – Mainz
• Hagen – Unna – Hamm
• München – Rosenheim
• Würzburg – Ansbach – Treuchtlingen
• Minden – Wunstorf
• Weddel – Magdeburg
• Aachen – Köln
• Forbach/Saarbrücken – Ludwigshafen

In dieser Zeit sind ab Saarbrücken Richtung Pfalz Arbeiten geplant

Vorläufig gibt das Unternehmen für die Bauarbeiten in der Region den Zeitraum 7. Juli bis 8. Dezember 2028 an. Dabei handle es sich jedoch um vorläufige Daten. Diese könnten durchaus noch verlegt werden. Insgesamt seien 40 solcher Projekte in den kommenden Jahren vorgesehen. Mit ihnen will die Bahn Zuverlässigkeit bei Verbindungen und deren Pünktlichkeit sichern.

Bei dem Streckenabschnitt vom Saarland aus handle es sich um die „wichtigste Bahnstrecke durch die Pfalz“. Dabei verbinde sie zudem Paris über Ostfrankreich mit Süddeutschland. Um die Sanierung sorgt sich das Bahn-Tochterunternehmen DB-Infra-Go. In dieser Gesellschaft werden alle Arbeiten gebündelt, um die Infrastruktur zu betreiben. Dazu gehört das mehr als 33 300 Kilometer lange Schienennetz in ganz Deutschland.

Was die Bahn auf der Schienenstrecke im Saarland vorhat

Für den Streckenabschnitt im Saarland und der Pfalz plant die DB ein speziell „für dieses Streckenprofil angepasstes Sanierungs-, Aus-, Umbau- und Logistikkonzept“, heißt es dazu. Zahlreiche Arbeiten sollen gebündelt werden, darunter die Sanierung der Gleise. Zusätzlich sollen Kreuzungen erneuert werden. Der Hauptbahnhof in Saarbrücken stehe ebenso auf dem Plan, wo entsprechende Weichen gestellt werden sollen.

Zusätzlich vorgesehen: ein neuer Haltepunkt in der saarländischen Landeshauptstadt. Der soll am Saarbasar gebaut werden. Entlang der Gesamtstrecke müssten zahlreiche Bahnhöfen modernisiert werden. Ein aufwendiges Unterfangen stehe der DB-Infra-Go bevor, lässt die Bahn-Sprecherin wissen: „Aufgrund der Lage, teilweise im Pfälzer Wald, sind die Arbeiten insbesondere im Hinblick auf Bauabläufe und Baustellenlogistik außerordentlich komplex.“

Vorbereitungen auf die Sanierung beginnen jetzt

Ab jetzt werde ein „ein umfangreiches Ersatz- und Umleitungskonzept“ entwickelt. Damit soll gewährleistet werden, dass Reisende und Güterverkehr gleichermaßen „trotz Bauarbeiten ein gutes Angebot auf der Schiene beziehungsweise mit Bussen“ während der Bauarbeiten erhalten. Konkrete Konzepte stünden noch aus. Über sie will die Bahn rechtzeitig vor Baubeginn informieren.