24.09.2024 - Die Rheinpfalz -

DRK raus aus dem Bahnhofsgebäude

Nach fünf Jahren ist Schluss: Das Rote Kreuz hat gekündigt im Bahnhofsgebäude. Postagentur, Kiosk und Backshop schließen zum 30. November. Gesperrte Toiletten haben auch damit zu tun.
Von Sigrid Sebald

DRK-Kreisgeschäftsführer Hans Prager macht aus seinem Unmut keinen Hehl. Mit dem vorherigen Vermieter, der Zweibrücker Gewobau, sei alles reibungslos gelaufen. Doch seit die Firma M4 Holding Ende 2023 das Bahnhofsgebäude gekauft habe, gebe es Probleme, so Prager.

Direkt nachdem der neue Käufer bekannt war, habe er die Geschäftsführung angeschrieben – „keine Reaktion“. Im Juli habe sich erstmals jemand von der Firma blicken lassen. Ständig sei etwas kaputtgegangen, „das dann unser Techniker vom DRK reparieren musste, weil der Vermieter sich nicht gekümmert hat“, so Prager.

Irgendwann sei Sergio Vaccarello aufgetaucht, der für Reinhard Meier arbeitet, letzterer Geschäftsführer der M4 Holding. Prager: „Da hieß es dann gleich, man müsse über die Mietverträge, die noch aus der Gewobauzeit stammten, reden, die seien alle nicht korrekt.“ Die Nebenkosten seien zu niedrig, müssten neu berechnet werden, habe Vaccarello gesagt. Wie hoch die Nebenkosten künftig hätten sein sollen, habe ihm bis heute niemand mitgeteilt, so Prager.

Toiletten zu, Besucher sauer Mit der Gewobau sei vereinbart gewesen, dass DRK-Leute zwei Stunden am Tag das Gebäude putzen, auch die Toiletten, und dass das dem Vermieter in Rechnung gestellt wird. Bis Juli wurde es laut Prager auch weiterhin so gemacht, „aber die M4 Holding wollte für die Kosten nicht aufkommen“. Stattdessen habe die Geschäftsführung mit eigenem Personal putzen wollen, „und wir hätten dann dafür zahlen sollen“, so Prager. Bis 31. August sollte der Vermieter mitteilen, wie hoch die dafür anfallenden Kosten für das DRK sein werden. Die Frist sei verstrichen, „und wir haben nichts gehört“.

Bereits seit Anfang August habe der neue Vermieter das DRK angewiesen, die öffentlichen Toiletten im Bahnhofsgebäude zu sperren, erzählt der Rotkreuz-Geschäftsführer weiter. Die M4 Holding habe erklärt, man habe ja ein Gebäude gekauft und keinen Bahnhof. Öffentliche Toiletten müsse man deshalb nicht vorhalten. „Dann kamen natürlich die Leute dauernd zu uns und haben sich beschwert“, so Prager. Parallel dazu sei das Gebäude immer dreckiger und vermüllter geworden, weil ja niemand mehr geputzt habe.

Ab 1. Dezember in der Hallplatzgalerie Schließlich sei für ihn das Maß voll gewesen, und das DRK habe gekündigt, so Prager. Es tue ihm leid, der Standort sei gut gewesen, „aber das hat so keine Zukunft für uns“. Der Vermieter sei zu unzuverlässig. Man habe für die Angebote im Bahnhof bereits ein neues Domizil gefunden: ab 1. Dezember im Erdgeschoss der Hallplatzgalerie, in einem zum Parkhaus hin gelegenen Ladenlokal auf 130 Quadratmetern.

Reinhard Meier, Geschäftsführer der in Engelstadt ansässigen M4 Holding und Chefarzt am Kaiserslauterer Westpfalz-Klinikum, erklärte auf Anfrage, er bedauere die Kündigung durch das DRK. „Es war ein guter Mieter.“ Tatsächlich aber habe der vorherige Mietvertrag mit der Gewobau eine Pauschale enthalten, „die die tatsächlichen Nebenkosten nicht abdeckte“. Man habe dem Roten Kreuz gesagt, dass man die Kosten neu berechnen müsse, und dieser Vorgang sei noch nicht abgeschlossen. Man habe ja zum Beispiel erst mal Messgeräte installieren müssen. Deshalb habe man dem DRK bislang noch keine neuen Zahlen nennen können.

Laut Meier gibt es schon wieder Anfragen neuer Interessenten für die Räume im Bahnhofsgebäude, darunter Arztpraxen, Einzelhandel und Gastronomie. „Wir werden das in Abstimmung mit der Stadt prüfen“, so Meier, und: „Da werden ja jetzt schöne zentrale Flächen frei im Gebäude.“