31.03.2018
Pfälzischer Merkur

Bahn-Reaktivierung verzögert sich um gut drei Jahre

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Zweibrücken. Anita Schäfer hat aus dem Mainzer Verkehrsministerium erfahren, dass der Ausbau der Strecke Zweibrücken–Homburg nicht vor 2023 beginnt.

Die Verlängerung der S-Bahn-Strecke Rhein-Neckar von Homburg nach Zweibrücken kommt später als geplant. Aufgrund von „Verzögerung in den komplexen Planungsprozessen“ werde das Planfeststellungsverfahren für die Reaktivierung der Strecke erst Mitte 2020 eingeleitet, sodass „bei optimalem Projektverlauf“ mit dem Ausbau der Strecke ab etwa Mitte 2023 zu rechnen sei, teilt die Zweibrücker Wahlkreis-Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer mit. Die CDU-Politikerin beruft sich dabei auf Informationen aus dem rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium.

Zuletzt hatte der VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) im Mai 2017 öffentlich erklärt, das Planfeststellungsverfahren werde spätestens Anfang 2018 eingeleitet. Dieses Verfahren dauere etwa 24 Monate, der Bau der Strecke danach 12 bis 18 Monate – dies hätte bedeutet, dass schon 2021 Züge fahren können (wir berichteten). Vor einem Monat hatte Schäfer, die auf eine schnellstmögliche S-Bahn-Anbindung Zweibrückens drängt, in einem Schreiben an Landesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) um Aufklärung über den aktuellen Stand der Planung gebeten.

Die Ergebnisse der aufgrund veränderter Rahmenbedingungen nochmals überarbeiteten Vorentwurfsplanung hatte die DB Netz AG im November vergangenen Jahres den Ländern Rheinland-Pfalz und Saarland sowie dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar vorgestellt. Der entsprechende Vertrag für die Planungsvereinbarung befinde sich derzeit bei der DB Netz AG, sodass ein Vertragsabschluss laut Wissing in Bälde absehbar sei, teilt Schäfer weiter mit. Allerdings habe der Minister in seinem Antwortschreiben auch darauf hingewiesen, „dass bei Projekten in dieser Größenordnung weitere Verzögerungen grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden könnten“.

Für die Zweibrücker Bundestagsabgeordnete ist dies ein Grund mehr, aufs Tempo zu drücken: „Gerade wenn bei anspruchsvollen Planungs- und Bauprozessen der Zeitplan durcheinander gerät, muss man am Ball bleiben, und genau das werde ich tun“, kündigt Anita Schäfer an. Grundsätzlich sei es jedoch „ein gutes Zeichen für Zweibrücken, die Region und die Menschen, die von einem Ausbau des öffentlichen Verkehrswesens profitieren, dass es bei der S-Bahn überhaupt vorangeht. Ich erwarte aber, dass von allen Beteiligten streng darauf geachtet wird, den nun angepeilten Zeitplan auch einzuhalten.“

Die Bahnverbindung zwischen Zweibrücken und Homburg war 1989 stillgelegt worden.