Förderverein Schieneverkehr Zweibrücken: Presseberichte 2017

20.09.2017
Die Rheinpfalz

Viele Wünsche, wenig Geld

Pirmasens: Nahverkehrsplan sieht dichtere Busfahrpläne vor - Stundentakt zwischen Pirmasens und Dellfeld - Rieschweiler-Mühlbach will Parkplatz am Bahnhof
Von Andreas Danner

„Wünschenswert ist, was bezahlbar ist“, sagte Heinrich Hoffmeister (SPD) am Montag im Kreisausschuss, als es um den Nahverkehr ging. Wenn der Kreistag Südwestpfalz voraussichtlich im Dezember den Haushalt berät, zeigt sich, wie viel Geld für die Umsetzung des Nahverkehrsplans vorhanden ist. Vorgesehen ist, dass auf vier Hauptbuslinien der Stundentakt eingeführt wird.

23 Stellungnahmen verschiedener Träger öffentlicher Belange sind im Beteiligungsverfahren zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans eingegangen. Lediglich neun davon betrafen Inhalte des Nahverkehrsplans. Elf enthielten Änderungswünsche und Ergänzungsvorschläge, die von der Kreisverwaltung Südwestpfalz aufgegriffen und in Abstimmung mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar und dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd geprüft werden. Die Anregungen der Gemeinden, welche Haltestelle im Ort barrierefrei werden soll, werden mit Ausnahme der Realschule plus/BBS Rodalben übernommen. Auch den Wunsch der Gemeinde Rieschweiler-Mühlbach, am Bahnhof eine Park-and-Ride-Anlage einzurichten, begrüßte der Kreisausschuss. Die Hoffnungen der Verbandsgemeinden Rodalben und Hauenstein, dass im neuen Nahverkehrsplan das Busangebot auf bestimmten Linien ausgeweitet wird, werden sich nicht erfüllen. Eine sogenannte Potenzialanalyse habe ergeben, dass sich Zuwächse auf den Schienennahverkehr konzentrierten. Das sagte Stephan Krug, Planer der Ingenieurgruppe IVV mit Sitz in Aachen und Berlin. Im regionalen Busverkehr seien keine Zuwachspotenziale erkennbar. „Die grundsätzlichen Voraussetzungen fehlen“, erklärte Krug am Montag. Weder gebe es eine relativ hohe Nachfrage im Verkehr noch eine hohe regelmäßige und dichte Bedienung auf diesen Linien. „Wir müssten hier relativ viel Geld in die Hand nehmen“, verdeutlichte Krug. Weil aber vorausgesagt wird, dass die Einwohnerzahlen in der Südwestpfalz sinken, sei das nicht wirtschaftlich.

Laut Krug hat der Nahverkehrsplan das Ziel, das bestehende Angebot zu verbessern. Vorgesehen ist ein durchgängiges Stundentaktangebot zwischen 8 und 20 Uhr auf den Linien Pirmasens - Dellfeld (Linie 240), Pirmasens - Rodalben (249), Pirmasens - Dahn (250) und Pirmasens - Eppenbrunn (255). Diese Linien zählten bereits heute viele Fahrgäste außerhalb der Schüler- und Auszubildendenbeförderung.

In anderen Gemeinden soll der Fahrplan dichter werden. Es geht um künftig mindestens sechs Fahrtenpaare zum Sitz der jeweiligen Verbandsgemeinde oder zum nächstgelegenen Mittelzentrum. Bislang waren das drei bis vier.

Rund 600 000 Euro jährlich koste das erweiterte Angebot den Landkreis Südwestpfalz. Ob die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier diese Ausgaben genehmigt, sei eine Frage von Verhandlungen, sagte Kämmerin Elisabeth Hüther im Kreisausschuss.

Bernd Schumacher (Grüne) sagte am Montag, der Nahverkehrsplan sei formal eine Verbesserung. Allerdings müsse auch im Bestand nachgebessert werden. Das Ziel, die Wieslauterbahn an den Rheinland-Pfalz-Takt anzubinden, dürfe man nicht aus den Augen verlieren.

Die künftige Landrätin Susanne Ganster (CDU) sieht den öffentlichen Personennahverkehr als wichtigen Teil eines Mobilitätsmixes und sprach sich am Montag − wie auch der Kreisbeigeordnete Christof Reichert − dafür aus, dass die Queichtalstrecke bis in die Nacht bedient wird.