Fragen und Antworten zur Reaktivierung Homburg - Zweibrücken

Wann fährt die S-Bahn bis Zweibrücken?

2019 mit dem Fahrplanwechsel im Dezember.

Dieses Datum steht in dem Gutachten vom September 2013. Baubeginn wäre danach im Juni 2018, Abnahmen und Inbetriebnahme von Oktober bis Dezember 2019.
Zum Zeitpunkt der möglichen Inbetriebnahme gibt es inzwischen allerdings verschiedene Aussagen: Werner Schreiner bleibt bei 2019 (29.09.2015), andere Berichte nennen das Jahr 2021 (31.01.2017), (11.02.2017), Anke Rehlinger spricht von 2021 (15.02.2017) bzw. 2024 (20.02.2017).

Wer bezahlt die Reaktivierung?

Bund, Rheinland-Pfalz, Saarland, Kommunen in der Westpfalz, Stadt Zweibrücken.

Der Bund steuert 60% das dem "Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz" (GVFG) bei. Voraussetzung dafür ist ein Wert größer 1 in der Nutzen-Kosten-Analyse. Das "Regionalisierungsgesetz" (RegG) nutzen die Länder zur Finanzierung der bestellten Zugkilometer, jedoch aber auch in Teilen für Neu- und Ausbauten. Die im Zweckverband Verkehrsverbund Rhein-Neckar (ZRN) in der Westpfalz zusammengeschlossenen Gebietskörperschaften und Kommunen müssen sich ebenfalls an der Finanzierung beteiligen. Die Planungskosten werden nach der Einwohnerzahl verteilt, an den Baukosten muss sich nur Zweibrücken beteiligen.

Was muss die Stadt Homburg zahlen?

Nichts.

Reaktivierung und Betrieb der Strecke werden im Saarland vom Land finanziert. Dazu gehört auch der Bau von drei neuen Haltepunkten und die Erweiterung des Hp. Einöd. Anders ist es in der Westpfalz, wo sich Gebietskörperschaften und Kommunen an der Finanzierung mit 2,7 Mill. Euro beteiligen. (siehe Zeitplan 02.12.2015)
Trotzdem könnte sich die Stadt Homburg für die Entwicklung eines attraktiven Umfelds der Haltepunkte engagieren, um die Vorteile der Bahnstrecke besser nutzen zu können.

Bahn oder Bundesstraße - ist das die Frage?

Nein! Die Reaktivierung der Bahnstrecke und der Neubau der Umgehungsstraße der B423 um Schwarzenbach mit Anschluss an die A8, das sind zwei unabhängige Projekte, und zwar sowohl hinsichtlich der Finanzierung als auch hinsichtlich des Baus. Ein Projekt kann das andere nicht gefährden.

Was die Finanzierung betrifft, so ist nicht nur der 60%-Anteil des Bundes, sondern auch der Anteil der beiden Länder zweckgebunden. Diese können nur für den Schienenverkehr verwendet werden, nicht aber für Straßenverkehrsprojekte. Man kann sie nur in Anspruch nehmen oder darauf verzichten.
Die geplante Straße kreuzt die Bahnlinie. Da nur wenige Züge mit relativ niedriger Geschwindigkeit fahren werden, wäre ein ebenerdiger beschrankter Bahnübergang ausreichend. Die aktuell vorgeschlagene Lösung mit einer Straßenbrücke ist natürlich noch besser, da der Straßenverkehr nie unterbrochen wird und maximale Sicherheit gewährleistet ist.
Ob beide Projekte verkehrspolitisch sinnvoll sind, das ist eine andere Frage. Für die Bahn wurde dies in der Nutzen-Kosten-Analyse von 2015 bestätigt.

Wie lange dauert die Fahrt?

15 Minuten. Dabei hält der Zug in Einöd 3-4 Minuten (Anschluss RB Saarbrücken-Pirmasens).

Hier der vorläufige Fahrplan.

Welche Direktverbindungen wird es geben?

Die S-Bahn entspricht einer Regionalbahn (RB), die normalerweise überall hält. Daher können zahlreiche Ziele in vier Bundesländern ohne Umsteigen erreicht werden.

Es geht also keineswegs lediglich darum, von Zweibrücken eine Bahnverbindung nach Homburg einzurichten. Direkt fahren kann man also beispielsweise von Einöd nach Landstuhl, von Zweibrücken nach Frankenstein, von Schwarzenacker nach Heidelberg.

Kann man Fahrräder mitnehmen?

Selbstverständlich!

Die S-Bahn-Züge besitzen zwei geräumige Abteile für Fahrräder. Das ist ein großer Vorteil der Bahn im Vergleich zum Bus. Die Fahrradmitnahme ist nicht nur für berufliche Pendler interessant sondern auch für Fahrradtouristen. Wenn diese später fahren - ab 9 Uhr auch wochentags kostenlos - tragen sie auch zu einer besseren Auslastung der Züge bei. Fahrradmitnahme

Die letzte Meile oder wie kommt man vom und zum Bahnhof?

Zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Bus, mit dem Taxi oder mit dem Auto.

Schienenverkehr von Haustür zu Haustür ist natürlich nicht möglich. Für die Qualität eines Bahnhofs oder Haltepunkts ist es deshalb von großer Bedeutunbg, wie gut oder schlecht man weiterkommt. Dazu gehören sichere und bei Dunkelheit beleuchtete Geh- und Radwege, Fahrradabstellanlagen, zeitlich abgestimmte Busanschlüsse und Parkplätze, falls Park&Ride die ideale Kombination ist. Einöd und Zweibrücken machen in dieser Beziehung bereits einen guten Eindruck.